Kategorie: "Gmünd"

Karl Zimmel aus Rottenschachen, heute Rapšach

Juli 9th, 2018

Der am 25.10.1913 geborene Tischlergehilfe soll bei Wenzl Hartl („ein Haus von Hartl“) gearbeitet und nach der Niederlage von Stalingrad wegen „kommunistischer Reden“ aufgefallen und denunziert worden sein. Er soll am 19.09.1944 vom OLG Wien zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt worden sein.1

Genaueres werden wir beim DÖW über ihn erfahren!

Apropos Hartl: Auf deren Firmenwebsite kommen die Jahre 1938 bis 1945 in der Firmengeschichte nicht vor, wohl nicht deshalb, weil sich in dieser Zeit nichts ereignet hätte. Hartl ist gerade in dieser Zeit zum Großlieferanten von Fertigbaracken an die Organisation Todt für den Osten geworden! 1938 soll der Personalstand noch bei 50 gelegen sein, der Höchststand in der Nazizeit aber an die 600 betragen haben! Davon waren 500 Zwangsarbeiter, die in einem unweit aufgebauten Lager untergebracht waren: Franzosen, Belgier, Russen, ab Mitte 1944 auch an die 100 ungarisch-jüdische Leute.2 Man hätte jede Menge aufzuarbeiten!

Auf der Internetressource nie-wieder-gau-wien-niederdonau findet sich folgende Beurteilung der Firma:

„Die noch heute bestehende Firma Hartl - 'Hartl-Haus' in Echsenbach war ein Vorzeigebetrieb der Nazis. Geschäftsführer Ing. Karl Hartl war zugleich Bürgermeister und Ortsgruppenleiter. Damals hieß sie Fa. Wenzel Hartl, Niederlassung Echsenbach.
Hartl war ein Familienbetrieb, der von Wenzel Hartl, dem Vater von Karl, als Sägewerk gegründet wurde. Unter den Nazis blühte das Unternehmen so richtig auf: Wehrmachtssiedlungen, Kinos, Truppenunterkünfte, RAD-Lager, Parteilokale, 'Sturmheime' für die SA, Baracken für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter...“

Hartl soll beispielsweise bei der Errichtung des Truppenübungsplatzes und der Siedlung für Offiziere in Allentsteig sehr gut verdient haben.

„In Echsenbach wurden auch jüdische Zwangsarbeiter aus dem KZ eingesetzt. Einige Tote wurden irgendwo verscharrt, Nachfragen der Israelitischen Kultusgemeinde blieben nach dem Krieg erfolglos. Die Arbeiter von Hartl stellten die Kerntruppe aller Parteiorganisationen, vor allem der SA. Der Volkssturm wurde von den Betriebsleitern von Hartl kommandiert. Viele der Hartl-Nazis stammten aus Allentsteig.“3

________ 11. Juli 2018:

Hatte gestern meinen ersten Besuch im Dokumentationszentrum des Österreichischen Widerstandes. Keine Ahnung, warum ich solange gebraucht habe, dort hinzufinden.

Von Karl Zimmel liegt dort unter der Signatur 10.208 das Urteil des Oberlandesgerichtes Wien vom 29. September 1944 gegen ihn auf:

Im Namen des Deutschen Volkes! [...]
Der Angeklagte Karl Zimmel hat während des Jahres 1943 in Echsenbach fortgesetzt öffentlich gegenüber Arbeitskameraden wehrkraftzersetzende Äusserungen gemacht und mit Kriegsgefangenen verbotenen Umgang gepflogen. Er wird deshalb zu einer Gesamtstrafe von vier (4) Jahren Zuchthaus und zum Ersatz der Verfahrenskosten verurteilt.4

Man erfährt in diesem Dokument, dass Zimmel tschechischer Staatsangehöriger war, verheiratet war und für drei Kinder zu sorgen hatte.
Äusserungen, die er vor seinen Denunzianten unter vier Augen machte, wurden ihm als öffentlich getan ausgelegt, weil „der Angeklagte damit rechnen musste, dass sie von den Anhörenden nicht für sich behalten, sondern weitergegeben würden".

Zimmel hatte noch Glück, denn wäre sein Fall vor den Volksgerichtshof gekommen, hätte er vielleicht das Jahr 1944 nicht überlebt. Es wäre interessant zu erfahren, was nach Kriegsende aus ihm geworden ist. Er gehörte zu den Mutigeren aus unserer Mitte!

________

1) Robert Kurij, Nationalsozialismus und Widerstand im Waldviertel. Die politische Situation 1938-1945 (Horn 1987) 122.

2) Maria Theresia Litschauer, Architekturen des Nationalsozialismus (Wien 1012) 33-40. Von der selben Autorin: https://www.sammlung-spallart.at/de/sammlung/684/

3) Onlineressource: https://nie-wieder-gau-wien-niederdonau.webnode.at/echsenbach-no/

4) DÖW, Signatur 10.208.

Selbstbeschreibung der NSDAP-Ortsgruppe Gmünd aus 1942

Juli 23rd, 2012

Hier ein weiteres Originaldokument zu den Umtrieben der Nationalsozialisten in unserem Bezirk. Vielleicht hilft es ein wenig, die finsteren Jahre auszuleuchten, die in keinem der vorhandenen lokalen Geschichtsbücher genauer beschrieben werden. Vielleicht hilft es auch ein wenig, die alte Behauptung, hier im oberen Waldviertel wären die Nazis ohnehin nicht so stark gewesen, kräftig zu relativieren!

Donauwacht, 27. April 1942

15 Jahre NSDAP-Ortsgruppe Gmünd
1927­-1942. Ein geschichtlicher Rückblick

Wenn wir heute aus Anlass der Fünfzehnjahrfeier der NSDAP-Ortsgruppe Gmünd rückblickend über das Werden und Wachsen der Partei und der Bewegung in Gmünd berichten, so erfüllt es uns mit berechtigtem Stolze feststellen zu dürfen, dass es die Stadt Gmünd war, in der das Gedankengut des Nationalsozialismus zuerst im oberen Waldviertel Eingang fand und von hier aus sternförmig ausstrahlte.

Schon im März 1919, nach den schweren Erschütterungen eines verbrecherischen Friedensvertrages, der gerade hier an der Grenze doppelt hart empfunden wurde, entstand die Ortsgruppe der NSDAP, die allerdings später wieder zerfiel. Hervorgegangen ist diese Ortsgruppe aus der deutschen Gewerkschaftsbewegung und ihre Mitglieder waren fast ausschließlich Mitglieder der Deutschen Verkehrsgewerkschaft.

Der Bannerträger des nationalen Gedankengutes war schon damals Baurat Ing. Karl Breitenthaler, der derzeitige Gauhauptmann von Oberdonau. Auf ihn werden wir noch im Verlaufe dieser kurzen Erinnerung zurückkommen.

Von Gmünd aus wurden, wie schon oben angedeutet, einige Ortsgruppen gegründet, die weit über das Gebiet des heutigen Kreises hinausreichten. So in Litschau, Schrems, Weitra, Hoheneich, Gr.-Gerungs und Waidhofen a.d. Thaya. Außerdem wurden Stützpunkte in Hirschbach, Raabs, Heidenreichstein, Brand und Zwettl gegründet.

Der Führer und Inspirator in Gmünd und dem ganzen von hier aus erschlossenen Gebiete war Ing. Breitenthaler, der schon am 3. Nov. 1918 auf dem Stadtplatz in Gmünd sein grundlegendes Programm verkündete. Er war und blieb Zeit seines Hierseins Mittelpunkt des Kampfes. Wir wollen aus jener Zeit nur zweier Versammlungen gedenken. Das eine war eine Protestkundgebung am Bahnhof in Gmünd einige Tage nach dessen Besetzung durch die Tschechen. Breitenthaler tat damals den prophetischen Ausspruch: 'Wir werden ihn wieder heimholen.'

Am 10. Oktober 1920 sprach anlässlich einer Wahlversammlung, bei der sich auch die NSDAP von Gmünd mit einer Liste beteiligte, im Kinosaal in Gmünd unser Führer Adolf Hitler.

Durch die Besetzung des Bahnhofes durch die Tschechen mussten viele tätige Nationalsozialisten abwandern, da sie nach Linz oder St.Pölten versetzt wurden. Dadurch verlor die Partei viel an ihrer Aktivität. Nach einigem Wechsel wurde Pg. Staudenbacher Ortsgruppenobmann.

Der Kampf Ing. Breitenthalers richtete sich nicht nur gegen die Sozialdemokratie und Christlichsozialen, sondern auch gegen die Großdeutschen.

Im August 1921 wurde als Nachfolger Staudenbachers Pg. Hochfellner Kreisobmann und im darauffolgenden Jahre auch Ortsgruppenobmann von Gmünd.

Dr. Walter Riehl gab im Jahre 1923 Anlass zur Parteispaltung in eine Dr. Walter Riehl- und eine Schulz-Gruppe. Erstere verlor rasch an Bedeutung. Auch an Gmünd ging dieser Hader nicht spurlos vorüber. Eine Reihe von Versammlungen bildeten die Marksteine auf dem Wege des Werdens in diesen Jahren. Redner von Bedeutung konnte Gmünd damals begrüßen. So unter anderen Prof. Suchenwirth und Distler. Immer wieder versuchten die Roten die Versammlungen zu stören und es kam oft zu argen Keilereien. Trotz mancherlei Rückschläge blieb die Partei oben und konnte zum Schluss 6 Gemeinderäte stellen. Oft war es den nat.soz. Gemeinderäten auch 'als Zünglein an der Waage' gelungen, Erfolge zu erringen.

Die Jahre 1924 und 1925 brachten das Verbot der Partei im Reich. Dieses Ereignis wirkte sich auch auf unsere Ortsgruppe lähmend aus. Es fehlte an dem nötigen Schwung, zudem die Jugend noch ganz auf Seiten der Roten und Schwarzen stand.

Im Jahre 1926, zu den Wahlen in den Landtag, brachten auch die Nationalsozialisten eine Liste ein. Sie durften sich aber nicht wie gewollt 'Die Hakenkreuzler', sondern sie mussten sich 'Die Deutschsozialen' nennen. Obwohl die Gmünder damals in ihrer Arbeit bis Sigmundsherberg kamen, war die Wahl ein Fiasko.

Das Jahr 1927 brachte dann Klärung in die Haltung der Gmünder Nationalsozialisten. Der Kampf Schulzgruppe - Hitlerbewegung wurde endgültig zu Gunsten der letzteren entschieden. Dadurch war mit dem Jahre 1927 eigentlich die Ortsgruppe gegründet. Bei der ersten Sitzung der neugegründeten Ortsgruppe waren unter anderem folgende Parteigenossen anwesend: Schwingenschlögl, Norbert Wollrab, Johann Millauer, Hans Nigisch, Anton Reisinger, Johann Führer, Karl Stütz, Ludwig Wandaller, Dr. Franz Körner, Johann Bruckner, Ing. Anton Leyrer und Sepp Hochfellner. Alle diese Parteigenossen haben damals die Beitrittserklärung abgegeben. Zu ihnen kamen dann in den nächsten Tagen noch die Parteigenossen Franz Matejka, Karl Pany, Johann Mann und Dr. Franz Bauda.

Im Jahre 1928 stieg die Zahl der Mitglieder auf 18, im nächsten Jahr auf 26 und Anfangs 1930 auf 34.  1929 wurde die Hitler-Jugend gegründet und brachte wieder mehr Schwung von unten herauf.

Im November 1930 wurde die Obmannstelle Pg. Johann Mann übertragen.

Die HJ. hat sich mit verschiedenen Tiefgängen bis 1931 herübergerettet, jedoch im Jahre 1932 musste sie vollkommen neu aufgebaut werden. Es wurden auch eine DJ., der BDM. und die JM. aufgestellt. Mit den Aufgaben dieser Gliederungen wurden Pg. Birgfellner und Pgn. Kunz beauftragt.

Von Pg. Mann übernahm Pg. Pany die Ortsgruppenleitung, musste sie aber wegen seiner Berufung zum Bezirksobmann wieder an Mann nach kurzer Zeit zurückgeben.

Nicht vergessen wollen wir, dass im November 1927 der gefallene Gauleiter Pg. Leopold das erste Mal in Gmünd sprach!

Mit dem immer größeren Erstarken der Partei im Reich, nahm auch die Tätigkeit und der Kampf bei uns immer größere und heftigere Formen an. Die Versammlungstätigkeit erlebte ihren Höhepunkt vor den Landtagswahlen 1933. Nicht unerwähnt soll die Tätigkeit des Pg. Nigisch bleiben, dessen Propaganda in dieser Zeit sehr gut gewirkt hat. Dr. Beringer wurde 1932 Bezirksleiter und seine Frau Frauenschaftsleiterin.

1932 wurde die SS aufgestellt.

Am Parteitag in Weitra im Jahre 1933, an dem auch die Schwester des Führers teilnahm, stellte die Gmünder HJ. ein beträchtliches Kontingent.

Dieses Jahr war überhaupt äußerst bewegt in der Geschichte der Ortsgruppe Gmünd. Hier soll einer Saalschlacht gedacht werden mit nachfolgendem Bombardement auf dem Eisenbahndamm, bei dem besonders die SA von Weitra unter ihrem Obersturmbannführer Fitzthum in Erscheinung trat. Es gab auf beiden Seiten zahlreiche Verwundete und Verletzte.

Für den Angriffsgeist der Partei zeugt es auch, dass bei den schon erwähnten Landtagswahlen im Jahre 1933 die Nationalsozialisten der Ortsgruppe Gmünd 9 Mandate erreichen konnten und damit als stärkste Fraktion in die Gemeindestube einzogen. Sie stellten auch den ersten nat.-soz. Bürgermeister. Es war dies Pg. Karl Pany. Die Sozialdemokraten konnten im Verein mit den Kommunisten 10 Mandate, die Christlichsozialen 4 und die Heimwehr 1 Mandat erringen.

Jetzt erfolgten auch bereits die ersten Verhaftungen und Einkerkerungen.

Im März 1933 übernahm der derzeitige Ortsgruppenleiter Pg. Birgfellner die Ortsgruppe und führt sie mit Unterbrechungen, die durch seine Einkerkerungen und die nachfolgende besondere Bespitzelung sich ergaben, bis heute. Genannter musste auch bei der Auflösung der Partei die Liquidation der Ortsgruppe durchführen und es fand bei ihm die erste Hausdurchsuchung statt.

Die Verbotszeit brachte zwar die Verhaftung sämtlicher führender Parteigenossen, konnte aber den Geist, der einmal entfacht war, nicht mehr zum Verstummen bringen. 1934 wurde von den Parteigenossen Birgfellner und Zapka die Partei reorganisiert.

Aus dem Jahre 1935 ist besonders die Tätigkeit der SA. zu erwähnen, die ein besonderes Aufgabengebiet zugewiesen bekam. Es waren dies besonders die zahlreichen Überstellungen verfolgter Nationalsozialisten über die tschechoslowakische Grenze, die mitten durch die Stadt lief, ins Altreich und das Hereinbringen von Propagandamaterial und sonstiger wertvoller Kampfmittel zu uns. Bei den Flüchtlingstransporten waren es besonders zwei Parteigenossen, die sich restlos in den Dienst stellten: der derzeitige Kreisleiter i. V. Ludwig Binder und Pg. Stiedl.

SA.-Führer war während der ganzen Verbotszeit Pg. Stephan Urbanek, die SS führten die Pg. Führer, Roth und Jirschik. Der Standartenführer der SS Hiedler gründete in dieser Zeit aus der Arbeiterschaft einen zweiten SS-Sturm. Die illegale Frauenschaft wurde von Pgn. Leyrer geführt, die auch heute die Frauenschaft des Kreises führt.

Im Jahre 1935 wurde auch die Partei durch den derzeitigen Kreisleiter Pg. Hans Lukas reorganisiert und Pg. Birgfellner wieder erneut mit der Führung der Ortsgruppe betraut.

Im Jahre 1936 setzte die gewaltigste Verfolgungswelle gegen die Partei auch bei uns ein und es wurden alle führenden Parteigenossen verhaftet, sodass die Gefängnisse in Gmünd, Weitra, Schrems und Litschau nicht ausreichten und sogar Parteigenossen nach Zwettl abgegeben werden mussten. Ein Teil wurde in Ketten geschlossen nach Krems eingeliefert! Tausende Tage von Strafen wurden verhängt.

Es übernahm nun kurze Zeit Pg. Speil die Führung der Ortsgruppe. Es wurden neuerlich Mitglieder gesammelt und die HJ. neu aufgestellt. Zu Beginn des Jahres 1938 wurde Pg. Speil Bezirksleiter und Pg. Binder übernahm die Ortsgruppe Gmünd 1, während Pg. Strobl die Leitung der Ortsgruppe Gmünd 2 übernahm. Nach dem Umbruch wurde Pg. Birgfellner wieder mit der Ortsgruppenleitung betraut, der den Ausbau der Ortsgruppe bis heute führt.

Viel wäre noch zu erzählten, aber es ist natürlich in den uns zur Verfügung stehenden Raume nicht möglich, alles zu sagen und es ist auch nicht Sinn dieser Betrachtung, eine lückenlose Geschichte der Ortsgruppe zu schreiben. Hervorgehen soll nur, wie immer wieder, nach dem alten Kampfruf 'Trotz Verbot nicht tot!' sich der Geist unseres großen Führers durchsetzte und auch hier zum endgültigen Siege reifte. Und dies danken wir jenen Männern, die sich restlos -  ohne Rücksicht auf ihre Person oder ihre Familie einsetzten. Wenn auch nicht alle genannt werden konnten, alle waren gemeint. In der Geschichte der Ortsgruppe werden sie für alle Zeiten weiterleben. Die Treuesten aber von ihnen tragen heute das goldene Ehrenzeichen der Partei. Sie sind uns Beispiel für immer. a

Land-Zeitung: 30.März 1938

Januar 24th, 2012

Gmünd

Todesfall. Hochbetagt…

Unsere stramme SA unternimmt Propagandafahrten mit Auto, Motorrad und Fahrrad in die umliegenden Ortschaften, um das Landvolk aufzuklären. Geradezu Schaudergeschichten erzählte man den Bauern und Bäuerinnen. Unter anderem wurde vielfach gelogen, daß das Kirchengehen abkomme, daß in den Kirchen nicht mehr geläutet werden dürfe und anderer Unsinn mehr. Mit allen Mitteln der Verlogenheit wurde gearbeitet, um das Volk an Schuschnigg zu ketten. Kein Mittel war zu schlecht, um nicht angewendet zu werden und werden jetzt noch im Geheimen angewendet. Unsere stramme SA wird aber dafür sorgen, daß die Wahrheit bekannt wird. Am 10. April soll jeder Wähler genau unterrichtet sein, damit er mit voller ehrlicher Überzeugung seine Stimme für unseren Führer Adolf Hitler abgeben kann. Auch die neuen Bürgermeister werden Sorge tragen, daß die Wahrheit siege und die Falschheit und Verleumdung unterliege und in die gebührenden Schranken gewiesen werden.

Verschiedenes. Die jüdischen Firmen Löwy, Reich und J. Schwarz wurden unter arischer Leitung gestellt. – Unsere stramme SS erhielt bereits schmucke Uniformen, welchen den schlanken jungen Männern vorzüglich passen. Die Sammlungen in den einzelnen Ortschaften werden planmäßig durchgeführt und fließen die Spenden der diensthabenden SA und SS zu. Pg. Herr Oberlehrer Bründl, ein geborener Gmünder, ist unermüdlich tätig, die Bevölkerung aufzuklären und hält massenhaft besuchte Versammlungen ab. Er wurde von dem früheren Regime mit Haß und Maßregelung verfolgt. Als Dietwart des Deutschen Turnvereines Gmünd ist er allen in bester Erinnerung, da er ein vorzüglicher, mit großem Wissen ausgestatteter Redner ist. Pg. Walter Weiner, welcher ebenfalls ein strammer Turner war, ist in Wien NSBO-Leiter seiner Firma, welche seit Jahren die größte Reklame(Lichtreklame)-Firma Wiens ist. Der einzige arische Rechtsanwalt in Gmünd ist Pg. Dr. E. Wais, in dessen Kanzlei auch Pg. Dr. Schrattel, dessen schneidigen Reden den Gerichtssaalbesuchern bekannt sind. – Der nächste Jahrmarkt findet am 12. April in Gmünd 2 (Neustadt) statt und wird hoffentlich von vielen arischen Marktfieranten und Käufern besucht. Es ist ja die Osterwoche. Das städtische Museum ist wieder jeden Sonn- und Feiertag geöffnet und versäume keiner den Besuch desselben. Er wird dadurch unsere deutsche Stadt besser kennen lernen. – Unsere strammen SA- und SS-Männer und die Hitlerjugend, zu der ein großer Zulauf herrscht, veranstaltete am 24.d. abends einen großen Propagandazug durch die Stadt. Die Beteiligung bewies wieder glänzend, daß die neue Zeit in Gmünd verstanden und freudig begrüßt wird.

Für Kinofreunde können wir die erfreuliche Mitteilung machen, daß die Direktion des Apollokinos in Gmünd 2 mit den großen deutschen Filmgesellschaften abgeschlossen hat und in Kürze große deutsche Filme bringen wird, was gewiß von allen Kinobesuchern freudigst begrüßt werden wird. Das Kino ist ja auch ein Unternehmen, welches nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Belehrung dienen soll.

Verschiedenes. Der neue Gemeindeverwalter der Stadt Gmünd, Oberlehrer Pany, wird täglich von halb 10 bis 11 Uhr vorm. in der Gemeindekanzlei zu sprechen sein. Für die Neustadt bleiben folgende Fürsorgeräte: Dachdeckermeister Speichler, Glasermeister Boigner und Textilarbeiter Weißenböck. Zum Kommissär für die Fürsorge wurde Herr Josef Strobl bestellt. Der frühere Obmann der Fürsorge bekleidet deshalb keine Funktion mehr in diesem Amte. Die Straßenaufsicht führt Herr B.B-Pensionist Fegerl. Die Aufsicht über die hiesige Holzwarenfabrik hat Herr Buchhalter Fegerl übernommen. Die Fürsorge für die Frauen und Kinder haben die beiden Frauen Birgfellner und Frau Ing. Leyrer übernommen. Auch Frau Speil, Riedl usw. stellten sich bereitwilligst in den Dienst der großen Sache.

Frecher Diebstahl am hellichten Tage. Dem Gastwirt Neuwirth in …

Jeder Deutsche lese die „Land-Zeitung“. Sie hat auch in der schweren Zeit stets stramm deutsch geschrieben und wurde streng verfolgt und empfindlich bestraft. Man erinnere sich nur an die hohe Strafe …

Das Deutschland- und das schöne Horst-Wessellied bekommt man um je 4 Groschen bei der Buchhandlung Berger in Gmünd. Das Lied wird nun auch in den Schulen eifrig gepflegt. Ein Lehrer sagte uns, daß er wieder mit Freude in die Schule gehe, daß man wieder auflebe nach jahrelanger Knechtschaft. Er sagte, jetzt freue ihn wieder das Unterrichten. Gewiß, der Lehrstand hat unter der Knute arg gelitten und jede freie Regung wurde streng und ungerecht bestraft. Man wollte wieder den Lehrer zum Büttel herunterdrücken. Gottlob ist dies nun auch endgültig vorüber. Selbst Geistliche grüßen mit Freude den Hitlergruß; solche Priester wird man stets in Ehren halten, denn sie sind Volkslehrer und Berater und mißbrauchen nicht die Religion zur Politik. Deutsche Priester wird man stets ehren! Wir wollen unsere Jugend zu ehrlichen, aufrechten Menschen erziehen, nicht zu Heuchlern und scheinheiligen Kreaturen. Der Führer will Tatchristen von tiefer wahrer Religiosität.

Apollotonkino Gmünd 2. Mittwoch, den 30.d. „Das Herz der Welt“ (Lloyds in London), mit Tyrone Power, Madeleine Carrol, Freddie Bartholomeo, ein gigantischer Film, in dem die Geschichte des größten Spiel- und Weltkonzerns erzählt wird. Samstag, den 2. April und Sonntag, den 3. April er große Ausstattungsfilm der Ufa „Gasparone“, nach der berühmten Operette von Millöcker, mit Marika Rökk und Leo Slezak.

Nun sind auch in Gmünd alle jüdischen Geschäfte durch Anbringen von großen Zetteln mit der Aufschrift „Jüdisches Geschäft“ erkenntlich gemacht. Alle werden dadurch ihre Kunden verlieren, denn die Parole heißt: „Kauft nur bei Ariern!“ Wie wir hören, wollen manche Juden Gmünd verlassen. Nur wissen sie nicht, wohin. Auch die jüdischen Kaufhäuser in den Städten der Umgebung, z.B. in Schrems, Weitra, Litschau u.a. tragen ähnliche Kennzeichnungen. Die Bäcker drüben klagen schon, daß ihnen jetzt das Brot übrig bleibt, das früher Staatsangestellte und Pensionisten herüber trugen.

Hakenkreuze. Man sieht jetzt bereits keinen Menschen, der nicht das Hakenkreuz an der Brust trägt. Die ersten bekam man beim hiesigen Uhrmacher Hans Temper in Gmünd 2, als sich noch manche nicht getrauten, das deutsche Hoheitsabzeichen zu tragen. (Gleich nach der Rede des Dr. Jury). Herr Temper war bald ausverkauft, obwohl er einige tausend Stück hatte. Das parteiämtliche Abzeichen war zu dieser Zeit noch verboten, wurde aber doch von manchem hervorgesucht und aufgesteckt. Bald ergriffen Arbeitslose die Gelegenheit, einige Groschen zu verdienen und schnitten das Abzeichen aus Weißblech, Kupferblech etc. aus und boten es zum Kaufe an. Niemand wies sie ab. Aber auch die Spengler und andere Geschäfte erzeugten Hakenkreuzabzeichen, sodaß bald der Bedarf gedeckt war. Die Fa. Baumann arbeitete schon wochenlang an der Erzeugung von Hakenkreuzfahnen, war aber bald ausverkauft. Frauen und Mädchen stellten sich in den Dienst und nähten fleißig die Hoheitszeichen an den Fahnenstoff. Die rot-weiß-roten Fahnen wurden bald in schwarzweißrote verwandelt, denn der rote Fahnenstoff war nirgends zu haben. Die Färberei kam mit dem Färben nicht nach. Frau Ing. Leyrer nimmt als Leiterin die Einschreibungen vor und die deutschen Frauen eilen herbei, um der hehren Idee dienen zu können.

An das Deutschtum, heißt ein prachtvolles Gedicht unserer bekannten Heimatdichterin Christl Schraufek-Troeger, welches die Dichterin in Form einer mit Hakenkreuz gezierten Postkarte im Selbstverlage herausgibt. Jeder Waldviertler, welcher Freunde in der Fremde hat, wird mit Freude diese Karte benützen, da die Verse von wahrer Heimatliebe und Treue zum Volke glühen.

In der ernsten Zeit fehlt es nicht an Witzbolden. So las man unlängst nahe der Grenze folgendes Verslein: Fuchs, du hast das Land gestohlen, gib es wieder her, sonst wird dich der Hitler holen, mit seinem braunen Heer. Manche Deutsche von drüben bleiben den ganzen Tag bei uns, sie fühlen sich jetzt hier wohl und hoffen sehnsuchtsvoll, daß auch ihnen die Erlösung naht. Es hat sich eben jetzt wieder glänzend bewiesen, daß Gewalt und Brutalität ein Ende nehmen muß.

Zum Stadtverwalter wurde Herr Oberlehrer i.R. Karl Pany ernannt. Herr Pany war schon einmal Bürgermeister und wurde bei der Auflösung der NSDAP seines Amtes enthoben. Die meisten Wähler in Gmünd bedauerten szt. die Abdankung des strammen Mannes und sind erfreut, ihn nun wieder an der Spitze der Gemeinde zu sehen.

Ausgabe einer Sonderbriefmarke zu 6 Rpf. aus Anlaß der Volksabstimmung am 10. April 1938.

Stadttonkino. Heute, Mittwoch, den 30.d. „Silhouetten“, ein schöner Wiener Film…


Über die Firma Löwy und Sohn erfährt man bei Polleroß (Die Erinnerung tut zu weh, S.43): „Die Lebensmittelhandlung E. Löwy & Sohn wurde bis zur ‚Arisierung‘ im Jahre 1938 von den Brüdern Hermann und Karl Löwy geführt und beschäftigte ungefähr zwanzig Mitarbeiter. Hermann flüchtete mit seiner Gattin in die USA, Karl konnte über England nach Palästina auswandern, während seine Frau Magda, eine gebürtige Ungarin, in ihrer Heimat als U-Boot überlebte. Die beiden Eigentümer kehrten 1946/47 nach Gmünd zurück und führten das Unternehmen bis zur Pensionierung im Jahre 1975 weiter.“

Eine Firma Reich aus Gmünd wird unter den Waldviertler Leder- und Fellhändlern aufgezählt. (Polleroß, S.114)

Viel mehr erfährt man über die Firma Schwarz. Polleroß kann sich auf einen Bericht von Franz Chaloupek, den späteren langjährigen Bürgermeister von Gmünd stützen, der als junger Mann in dieser Firma angestellt war und den Raub der Eigentümer selbst miterleben musste. Fotos des Ladens am Gmünder Stadtplatz sind im Buch abgedruckt. Über das Schicksal der Familie Schwarz: „Während der 18jährige Sohn des Geschäftsinhabers, Otto Schwarz, noch im Jahr 1938 nach Shanghai flüchten konnte, heiratete die Tochter Anni, Jahrgang 1915, damals den jüdischen Arzt Dr. Finale(*). Das Ehepaar flüchtete nach Frankreich, wurde jedoch nach der Invasion von der SS in Grenoble aufgegriffen und erschossen. Ihre zwei Kinder wurden von französischen Widerstandskämpfern in ein Kloster nach Spanien gebracht. Friedrich Schwarz und seine Gattin Irma wohnten bis 1944 in einem Haus in der Praterstraße in Wien, wurden nach Minsk deportiert und kamen dort ums Leben.“ (Polleroß, S.32)

(*) "Dr. Finale" muss richtig heißen "Dr. Finaly"! Die beiden Kinder von Fritz und Anni Finaly, Robert und Gerald, konnten nach dem Krieg nur schwer wieder dem katholischen Internat entrissen werden und zu nahen Verwandten kommen. Die Geschichte unter dem Namen "Finaly Affäre" erregte in Frankreich einige Aufmerksamkeit. Sogar ein Spiegel-Artikel erschien 1953 dazu! Die Universität Wien hat Dr. Finaly in ihr Gedenkbuch aufgenommen, dort findet man auch ein Foto von ihm zusammen mit seiner Frau. Beide kamen in Ausschwitz ums Leben und wurden nicht, wie Polleroß meint erschossen.

In der vorigen Ausabe der Land-Zeitung wurde von der vorübergehnenden Festnahme eine Sohnes von Josef Schwarz wegen kritischer Äusserungen gegen die neuen Machthaber berichtet. Es ist nicht ganz klar, ob damit etwa Friedrich Schwarz gemeint war. Die Firmenbezeichnung war jedenfalls "J. Schwarz und Sohn".


Land-Zeitung, 23. März 1938: Amtsenthebungen, Festnahmen, Feste, Beförderungen, Luis Trenker

Januar 17th, 2012

Am 23. März 1938 heißt die Zeitung nur noch „Land-Zeitung“, das „Niederösterreichische“ wurde schon aus dem Namen getilgt. Auf Seite 9 ist der Aufruf des Gauleiters Bürckels groß angebracht, in dem er ein „überwältigendes Ja“ zum Anschluss an Deutschland bei der Volksabstimmung am 10. April fordert. Darunter befinden sich folgende Lokalmeldungen:


Gmünd.
Die neue Zeit. Bürgermeister Henebichler wurde seines Amtes enthoben. Auch der Obmann des Fürsorgerates mußte seine Funktion zurücklegen. Am 14. d. wurde wieder eine Winterhilfe verteilt. Am 15. d. erhielt jeder arme Arbeitslose ein Kilogramm Schweinefleisch unentgeltlich. Von allen Gebäuden wehen die Hakenkreuzfahnen. Am 14. d. fand eine Kundgebung mit Fackelzug statt. Noch nie hat Gmünd eine solche Riesenmenge von Menschen gesehen. Drei Musikkapellen spielten. Die Fenster waren beleuchtet und man sah viele Hitlerbilder und Büsten. Gmünd zeigte wieder, daß es eine deutsche Stadt ist.

Ein freudiges Ereignis. Dieser Tage kehrte der Storch beim hiesigen Zahntechniker Herrn Sepp Schälß in Gmünd 2 ein und brachte einen kräftigen Jungen. Herr Schälß ist hier einer der treuesten, stramsten (so!) Nationalsozialisten. Wie bekannt wurde er vom früheren Regime verfolgt, sein Geschäft gesperrt, wurde zu einer Kerkerstrafe von einem Jahr verurteilt und erlangte nur durch die Amnestie wieder die Freiheit. Es ist ihm eine doppelte Freude, daß sein Sprößling gerade während der größten Zeit geboren wurde. Wir beglückwünschen unseren lieben Gesinnungsgenossen und seine junge Frau zum ‚Thronfolger‘. Mutter und Kind fühlen sich wohl! Heil Schälß!

Grenzsperre. Am Samstag, den 12. D. wurde die Grenze gegen Tschechien gesperrt. Der Erfolg war für die Gmünder Bäcker ein überraschender. Am Sonntag war in Gmünd kein Laib Brot zu haben und die Bäcker mußten am Sonntag backen. Sie haben seit langer Zeit nicht so viel Brot verkauft als jetzt. Der Grund war, daß die Leute kein Brot von Tschechien herübertragen konnten.

Deutsche Sportvereinigung. Die Hauptversammlung des Vereines findet Montag, den 28. d. im Gasthause Ludwig Fegerl, Gmünd 1, statt. Beginn 7 Uhr. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu dieser wichtigen Versammlung unbedingt zu erscheinen.

Mit besonderer Freude wurde in Gmünd die Nachricht aufgenommen, daß Herr Hofrat Dr. Hans Vogel jetzt die Leitung des Präsidiums der n.ö. Landesregierung übernommen hat. Herr Hofrat Dr. Vogel war gerade zur Besetzungszeit Bezirkshauptmann in Gmünd und ist allen Personen in bester Erinnerung, da er sich stets als deutschgesinnt und sehr human bekannte und seine Gerechtigkeit besondere Anerkennung verdient. Die Gmünder werden seiner in Ehren und Dankbarkeit gedenken.

Eingesperrt wurde der hiesige Sohn des Josef Schwarz, da er sich in nicht wiederzugebender Weise über die jetzige Bewegung ausdrückte. Auch andere ‚Standespersonen‘ wurden in Schutzhaft genommen, einige aber nach kurzer Zeit wieder entlassen. Bei dem früheren Regime hätten sie nichts zu lachen gehabt, wenn sie sich so verhalten hätten. Frau Birgfellner (Riehl) welche wegen nat.-soz. Betätigung seinerzeit als Postbeamtin entlassen wurde, wurde wieder beim Postamte Gmünd 2 eingestellt. Wie überall, wurde die Gemeinde, Sparkasse, Fürsorge usw. von den Nationalsozialisten übernommen und die früheren Amtswalter enthoben. Überall aber ging man äußerst human vor. Unsere früheren SS- und SA-Männer waren sofort zur Stelle und versehen ihren Dienst. Von Deutschland sind SS-Männer nach Gmünd per Auto gekommen, welche in ihren schmucken Uniformen Aufsehen erregen. Auch die jüdischen Rechtsanwälte stehen unter Aufsicht. Auch die jüdischen Ärzte erhielten eine Aufschrift, damit Fremde sie als Juden erkennen. Auch die Kanzleien der Juden Friedmann und Pollak stehen unter Aufsicht. Doktor Glaser ist bereits von Gmünd abgefahren. Der frühere Heimatschützer Dr. Michl wurde zu drei Monat Haft verurteilt, da er sich in unanständiger Weise gegen die Bewegung aussprach.

Von der Bezirksgewerbestelle Gmünd. Zum kommissarischen Obmann der Bezirksgewerbestelle Gmünd wurde Pg. Ing. Anton Leyrer bestellt, der täglich zwecks Auskünfte im Sekretariat in Gmünd anwesend sein wird (9 bis 10 Uhr). Die Kanzleistunden des Sekretariates sind unverändert geblieben. Täglich von 8 bis 12, und 1 bis 5 Uhr und werden in dieser Zeit Auskünfte erteilt und die normalen Amtsgeschäfte erledigt. Die Geschäfte der Zünfte werden von kommissarisch bestellten Sachwalter weitergeleitet. Der bisherige Bezirksgewerbesekretär Pg. SA-Scharführer Dr. Walter Fuchs wurde nach Wien abberufen. Zum neuen Bezirksgewerbesekretär wurde Pg. Diplomkaufmann Hermann Bradler bestellt und hat derselbe seine Amtsgeschäfte bereits angetreten. Bei einer Besprechung der kommissarisch bestellten Sachwalter dankte Pg. Ing. Leyrer Pg. Dr. Fuchs für seine Tätigkeit für das deutsche Handwerk des Grenzbezirkes, welche Tätigkeit trotz schärfsten Druckes immer im nationalen Sinne entfaltete. Insbesondere aber dankte er ihm für die unermüdliche Tätigkeit für die Bewegung durch die ganze Verbotszeit.

Gesundung. Der hiesige Gastwirt…

Stadtkino. Heute, Mittwoch 23. d., 3 Uhr, die lustige Filmkomödie ‚Spiel an Bord‘. Sonntag, den 27. d., halb 3, 5 und 8 Uhr, und Montag, den 28. d., 8 Uhr Luis Trenkers gewaltigste Filmschöpfung ‚Der Berg ruft‘. Der Film ist jugendfrei!


NÖ Land-Zeitung, 2. März 1938: Rückforderung der an die Tschechoslowakei gekommenen Gemeinden

Januar 15th, 2012

Im Lokalteil für Gmünd findet sich der Beitrag:


"Angst. Der 12. Feber, welcher die politisch hochwichtige Aussprache bzw. Übereinkommen der beiden Staatsmänner Dr. Schuschnigg und Hitler brachte, scheint manchen Grenzler von drüben in die Glieder gefahren zu sein. Allerlei Gerüchte von der Rückgabe der uns von den Tschechen genommenen Gebiete (12 Gemeinden) durcheilen unsere Stadt. Gewiß ist aber das eine sicher: Eine Grenzrevision ist für uns notwendig; die deutsche Bevölkerung, welche seinerzeit vertrieben wurde, verlangt diese. Hoffentlich kommt es auch in absehbarer Zeit zu einem gerechten Ausgleich in dieser Hinsicht. Die Ungerechtigkeiten müssen aus der Welt verschwinden und dazu gehört auch unsere Grenzfrage. Daß die 'Demokraten' drüben verschnupft sind, ist ja nach den letzten Ereignissen begreiflich. Sie werden sich aber mit der gegebenen Tatsache abfinden müssen und damit zu rechnen haben. Was deutsch war, soll wieder deutsch werden, das ist eine gerechte Forderung aller, die die Gerechtigkeit lieben. Die Zeit wird auch darüber Klarheit bringen. Eine neue Zeit ist angebrochen! Ein Vertriebener."