Ringwall auf dem Schliefberg in Leobendorf

Juli 6th, 2013

Jeder kennt die Burg Kreuzenstein und den "Berg", auf dem sie thront. Weniger bekannt dürfte der Ringwall sein, der auf der südlichen Kuppe des Berges im Wald verborgen ist. Der kreisförmige Wall mit einem Durchmesser von immerhin 50m liegt scharf an der Kante zu dem steilen Abhang hinunter auf das Donauniveau.  

 
Die Wallanlage ist nicht etwa der Kreis auf der Lichtung - dort befindet sich ein Wasserspeicher - sondern liegt im Bild rechts unterhalb des Schriftzuges "Schliefberg" im Wald versteckt. Die Bilder stammen aus dem NÖ Atlas, hier ein Link dorthin.
 
Der Ring ist im Höhenscan wunderbar erkennbar, vor Ort ist die Geometrie jedoch gar nicht so einfach zu erschließen:
 

 
Zuletzt noch ein zweifelhafter Literaturhinweis, da selbst noch nicht gelesen: "Der Schliefberg bei Kreuzenstein in NÖ – eine germanische Opferstätte? Burgenländische Heimatblätter 17, 1955, 85-87."
  

Überraschung Höhenscan

Januar 12th, 2013

Eigentlich bin ich auf der Suche nach einem alten Bergfried in Steinbach an der Lainsitz. Erst vor zwei Wochen bin ich auf den NÖ Atlas im Internet gestoßen und habe dort ein unglaublich interessantes Höhenmodell von Niederösterreich gefunden. Die haben mit Laser das ganze Land abgetastet und das überaus genaue Höhenmodell ins Internet gestellt. Und was das Ganze noch interessanter macht: die messen im Wald nicht bis zu den Baumwipfeln, sondern bis zum Boden. Und was dabei zum Vorschein kommen kann, sehen Sie hier am Beispiel des Bisamberges nördlich von Wien! Auf dem Luftbild ist nichts Auffälliges zu entdecken:

Aber das Höhenmodell offenbart überaus scharf und detailreich gleich mehrere historische, militärische Befestigungsanlagen. Diese sind von einer Größe, wie man sie so schnell nicht anderswo in Österreich finden wird:

Auf Wikipedia erfährt man, dass es sich um Befestigungen aus dem Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 handelt. Ebenfalls auf Wikipedia kann man eine Karte aus dem Jahr 1873 finden, in welcher diese Befestigungen eingezeichnet sind. Hier der entsprechende Bildausschnitt:

Luftbild und Laserhöhenscan

Januar 12th, 2013

Auf dem Luftbild des atlas.noe.gv.at ist die heutige Situation in guter Auflösung zu sehen. Wenn man sich auch noch die Grundstücksgrenzen anzeigen lässt, dann kann das ehemalige Sägewerk einwandfrei "verortet" werden.

 

Findet man auf dem Luftbild außer einer langen Mauer entlang des Klotz-Sortier-Lagers kaum Spuren des einst großen Sägewerkes, so findet man auf dem Laserhöhenscan deutlich die waagrechten Flächen des einstigen Werkes.

Hier ein Link zum NÖ Atlas.

Die Baupläne des Dampfsägewerkes sind aufgetaucht!

August 21st, 2012

Meinem Freund Markus Lassl verdanke ich die Kopien einiger Baupläne aus den 20er Jahren.

 

 

 

Selbstbeschreibung der NSDAP-Ortsgruppe Gmünd aus 1942

Juli 23rd, 2012

Hier ein weiteres Originaldokument zu den Umtrieben der Nationalsozialisten in unserem Bezirk. Vielleicht hilft es ein wenig, die finsteren Jahre auszuleuchten, die in keinem der vorhandenen lokalen Geschichtsbücher genauer beschrieben werden. Vielleicht hilft es auch ein wenig, die alte Behauptung, hier im oberen Waldviertel wären die Nazis ohnehin nicht so stark gewesen, kräftig zu relativieren!

Donauwacht, 27. April 1942

15 Jahre NSDAP-Ortsgruppe Gmünd
1927­-1942. Ein geschichtlicher Rückblick

Wenn wir heute aus Anlass der Fünfzehnjahrfeier der NSDAP-Ortsgruppe Gmünd rückblickend über das Werden und Wachsen der Partei und der Bewegung in Gmünd berichten, so erfüllt es uns mit berechtigtem Stolze feststellen zu dürfen, dass es die Stadt Gmünd war, in der das Gedankengut des Nationalsozialismus zuerst im oberen Waldviertel Eingang fand und von hier aus sternförmig ausstrahlte.

Schon im März 1919, nach den schweren Erschütterungen eines verbrecherischen Friedensvertrages, der gerade hier an der Grenze doppelt hart empfunden wurde, entstand die Ortsgruppe der NSDAP, die allerdings später wieder zerfiel. Hervorgegangen ist diese Ortsgruppe aus der deutschen Gewerkschaftsbewegung und ihre Mitglieder waren fast ausschließlich Mitglieder der Deutschen Verkehrsgewerkschaft.

Der Bannerträger des nationalen Gedankengutes war schon damals Baurat Ing. Karl Breitenthaler, der derzeitige Gauhauptmann von Oberdonau. Auf ihn werden wir noch im Verlaufe dieser kurzen Erinnerung zurückkommen.

Von Gmünd aus wurden, wie schon oben angedeutet, einige Ortsgruppen gegründet, die weit über das Gebiet des heutigen Kreises hinausreichten. So in Litschau, Schrems, Weitra, Hoheneich, Gr.-Gerungs und Waidhofen a.d. Thaya. Außerdem wurden Stützpunkte in Hirschbach, Raabs, Heidenreichstein, Brand und Zwettl gegründet.

Der Führer und Inspirator in Gmünd und dem ganzen von hier aus erschlossenen Gebiete war Ing. Breitenthaler, der schon am 3. Nov. 1918 auf dem Stadtplatz in Gmünd sein grundlegendes Programm verkündete. Er war und blieb Zeit seines Hierseins Mittelpunkt des Kampfes. Wir wollen aus jener Zeit nur zweier Versammlungen gedenken. Das eine war eine Protestkundgebung am Bahnhof in Gmünd einige Tage nach dessen Besetzung durch die Tschechen. Breitenthaler tat damals den prophetischen Ausspruch: 'Wir werden ihn wieder heimholen.'

Am 10. Oktober 1920 sprach anlässlich einer Wahlversammlung, bei der sich auch die NSDAP von Gmünd mit einer Liste beteiligte, im Kinosaal in Gmünd unser Führer Adolf Hitler.

Durch die Besetzung des Bahnhofes durch die Tschechen mussten viele tätige Nationalsozialisten abwandern, da sie nach Linz oder St.Pölten versetzt wurden. Dadurch verlor die Partei viel an ihrer Aktivität. Nach einigem Wechsel wurde Pg. Staudenbacher Ortsgruppenobmann.

Der Kampf Ing. Breitenthalers richtete sich nicht nur gegen die Sozialdemokratie und Christlichsozialen, sondern auch gegen die Großdeutschen.

Im August 1921 wurde als Nachfolger Staudenbachers Pg. Hochfellner Kreisobmann und im darauffolgenden Jahre auch Ortsgruppenobmann von Gmünd.

Dr. Walter Riehl gab im Jahre 1923 Anlass zur Parteispaltung in eine Dr. Walter Riehl- und eine Schulz-Gruppe. Erstere verlor rasch an Bedeutung. Auch an Gmünd ging dieser Hader nicht spurlos vorüber. Eine Reihe von Versammlungen bildeten die Marksteine auf dem Wege des Werdens in diesen Jahren. Redner von Bedeutung konnte Gmünd damals begrüßen. So unter anderen Prof. Suchenwirth und Distler. Immer wieder versuchten die Roten die Versammlungen zu stören und es kam oft zu argen Keilereien. Trotz mancherlei Rückschläge blieb die Partei oben und konnte zum Schluss 6 Gemeinderäte stellen. Oft war es den nat.soz. Gemeinderäten auch 'als Zünglein an der Waage' gelungen, Erfolge zu erringen.

Die Jahre 1924 und 1925 brachten das Verbot der Partei im Reich. Dieses Ereignis wirkte sich auch auf unsere Ortsgruppe lähmend aus. Es fehlte an dem nötigen Schwung, zudem die Jugend noch ganz auf Seiten der Roten und Schwarzen stand.

Im Jahre 1926, zu den Wahlen in den Landtag, brachten auch die Nationalsozialisten eine Liste ein. Sie durften sich aber nicht wie gewollt 'Die Hakenkreuzler', sondern sie mussten sich 'Die Deutschsozialen' nennen. Obwohl die Gmünder damals in ihrer Arbeit bis Sigmundsherberg kamen, war die Wahl ein Fiasko.

Das Jahr 1927 brachte dann Klärung in die Haltung der Gmünder Nationalsozialisten. Der Kampf Schulzgruppe - Hitlerbewegung wurde endgültig zu Gunsten der letzteren entschieden. Dadurch war mit dem Jahre 1927 eigentlich die Ortsgruppe gegründet. Bei der ersten Sitzung der neugegründeten Ortsgruppe waren unter anderem folgende Parteigenossen anwesend: Schwingenschlögl, Norbert Wollrab, Johann Millauer, Hans Nigisch, Anton Reisinger, Johann Führer, Karl Stütz, Ludwig Wandaller, Dr. Franz Körner, Johann Bruckner, Ing. Anton Leyrer und Sepp Hochfellner. Alle diese Parteigenossen haben damals die Beitrittserklärung abgegeben. Zu ihnen kamen dann in den nächsten Tagen noch die Parteigenossen Franz Matejka, Karl Pany, Johann Mann und Dr. Franz Bauda.

Im Jahre 1928 stieg die Zahl der Mitglieder auf 18, im nächsten Jahr auf 26 und Anfangs 1930 auf 34.  1929 wurde die Hitler-Jugend gegründet und brachte wieder mehr Schwung von unten herauf.

Im November 1930 wurde die Obmannstelle Pg. Johann Mann übertragen.

Die HJ. hat sich mit verschiedenen Tiefgängen bis 1931 herübergerettet, jedoch im Jahre 1932 musste sie vollkommen neu aufgebaut werden. Es wurden auch eine DJ., der BDM. und die JM. aufgestellt. Mit den Aufgaben dieser Gliederungen wurden Pg. Birgfellner und Pgn. Kunz beauftragt.

Von Pg. Mann übernahm Pg. Pany die Ortsgruppenleitung, musste sie aber wegen seiner Berufung zum Bezirksobmann wieder an Mann nach kurzer Zeit zurückgeben.

Nicht vergessen wollen wir, dass im November 1927 der gefallene Gauleiter Pg. Leopold das erste Mal in Gmünd sprach!

Mit dem immer größeren Erstarken der Partei im Reich, nahm auch die Tätigkeit und der Kampf bei uns immer größere und heftigere Formen an. Die Versammlungstätigkeit erlebte ihren Höhepunkt vor den Landtagswahlen 1933. Nicht unerwähnt soll die Tätigkeit des Pg. Nigisch bleiben, dessen Propaganda in dieser Zeit sehr gut gewirkt hat. Dr. Beringer wurde 1932 Bezirksleiter und seine Frau Frauenschaftsleiterin.

1932 wurde die SS aufgestellt.

Am Parteitag in Weitra im Jahre 1933, an dem auch die Schwester des Führers teilnahm, stellte die Gmünder HJ. ein beträchtliches Kontingent.

Dieses Jahr war überhaupt äußerst bewegt in der Geschichte der Ortsgruppe Gmünd. Hier soll einer Saalschlacht gedacht werden mit nachfolgendem Bombardement auf dem Eisenbahndamm, bei dem besonders die SA von Weitra unter ihrem Obersturmbannführer Fitzthum in Erscheinung trat. Es gab auf beiden Seiten zahlreiche Verwundete und Verletzte.

Für den Angriffsgeist der Partei zeugt es auch, dass bei den schon erwähnten Landtagswahlen im Jahre 1933 die Nationalsozialisten der Ortsgruppe Gmünd 9 Mandate erreichen konnten und damit als stärkste Fraktion in die Gemeindestube einzogen. Sie stellten auch den ersten nat.-soz. Bürgermeister. Es war dies Pg. Karl Pany. Die Sozialdemokraten konnten im Verein mit den Kommunisten 10 Mandate, die Christlichsozialen 4 und die Heimwehr 1 Mandat erringen.

Jetzt erfolgten auch bereits die ersten Verhaftungen und Einkerkerungen.

Im März 1933 übernahm der derzeitige Ortsgruppenleiter Pg. Birgfellner die Ortsgruppe und führt sie mit Unterbrechungen, die durch seine Einkerkerungen und die nachfolgende besondere Bespitzelung sich ergaben, bis heute. Genannter musste auch bei der Auflösung der Partei die Liquidation der Ortsgruppe durchführen und es fand bei ihm die erste Hausdurchsuchung statt.

Die Verbotszeit brachte zwar die Verhaftung sämtlicher führender Parteigenossen, konnte aber den Geist, der einmal entfacht war, nicht mehr zum Verstummen bringen. 1934 wurde von den Parteigenossen Birgfellner und Zapka die Partei reorganisiert.

Aus dem Jahre 1935 ist besonders die Tätigkeit der SA. zu erwähnen, die ein besonderes Aufgabengebiet zugewiesen bekam. Es waren dies besonders die zahlreichen Überstellungen verfolgter Nationalsozialisten über die tschechoslowakische Grenze, die mitten durch die Stadt lief, ins Altreich und das Hereinbringen von Propagandamaterial und sonstiger wertvoller Kampfmittel zu uns. Bei den Flüchtlingstransporten waren es besonders zwei Parteigenossen, die sich restlos in den Dienst stellten: der derzeitige Kreisleiter i. V. Ludwig Binder und Pg. Stiedl.

SA.-Führer war während der ganzen Verbotszeit Pg. Stephan Urbanek, die SS führten die Pg. Führer, Roth und Jirschik. Der Standartenführer der SS Hiedler gründete in dieser Zeit aus der Arbeiterschaft einen zweiten SS-Sturm. Die illegale Frauenschaft wurde von Pgn. Leyrer geführt, die auch heute die Frauenschaft des Kreises führt.

Im Jahre 1935 wurde auch die Partei durch den derzeitigen Kreisleiter Pg. Hans Lukas reorganisiert und Pg. Birgfellner wieder erneut mit der Führung der Ortsgruppe betraut.

Im Jahre 1936 setzte die gewaltigste Verfolgungswelle gegen die Partei auch bei uns ein und es wurden alle führenden Parteigenossen verhaftet, sodass die Gefängnisse in Gmünd, Weitra, Schrems und Litschau nicht ausreichten und sogar Parteigenossen nach Zwettl abgegeben werden mussten. Ein Teil wurde in Ketten geschlossen nach Krems eingeliefert! Tausende Tage von Strafen wurden verhängt.

Es übernahm nun kurze Zeit Pg. Speil die Führung der Ortsgruppe. Es wurden neuerlich Mitglieder gesammelt und die HJ. neu aufgestellt. Zu Beginn des Jahres 1938 wurde Pg. Speil Bezirksleiter und Pg. Binder übernahm die Ortsgruppe Gmünd 1, während Pg. Strobl die Leitung der Ortsgruppe Gmünd 2 übernahm. Nach dem Umbruch wurde Pg. Birgfellner wieder mit der Ortsgruppenleitung betraut, der den Ausbau der Ortsgruppe bis heute führt.

Viel wäre noch zu erzählten, aber es ist natürlich in den uns zur Verfügung stehenden Raume nicht möglich, alles zu sagen und es ist auch nicht Sinn dieser Betrachtung, eine lückenlose Geschichte der Ortsgruppe zu schreiben. Hervorgehen soll nur, wie immer wieder, nach dem alten Kampfruf 'Trotz Verbot nicht tot!' sich der Geist unseres großen Führers durchsetzte und auch hier zum endgültigen Siege reifte. Und dies danken wir jenen Männern, die sich restlos -  ohne Rücksicht auf ihre Person oder ihre Familie einsetzten. Wenn auch nicht alle genannt werden konnten, alle waren gemeint. In der Geschichte der Ortsgruppe werden sie für alle Zeiten weiterleben. Die Treuesten aber von ihnen tragen heute das goldene Ehrenzeichen der Partei. Sie sind uns Beispiel für immer. a