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Grenzgang III:
Willkommensfahrt am 1. Mai 2004
"Dabei sein, wenn im Lainsitztal die Grenzen fallen!" war
das Motto einer Radfahrt von Gmünd nach Suchdol am Tag des EU-Beitritt
Tschechiens. Mehr als 70 Teilnehmer sammelten sich bei wechselhaftem Wetter
auf dem Stadtplatz in Gmünd zu einem Opening mit Wein und Mohnzelten. Die Veranstalter
wollten den EU-Beitritt Tschechiens als
große Chance für das österreichisch-böhmische Lainsitztal feiern. Sie strichen die
Einzigartigkeit des Flusses hervor, was seine Geschichte, seine Geographie
und seine Naturbelassenheit betrifft. Bürgermeister Otto Opelka von Gmünd
bedankte sich für die Initiative und gab allen Radfahrern herzliche
Grüße an seinen Amtskollegen Jan Padourek in Suchdol mit. Die Route führte
über den Grenzübergang Gmünd/České Velenice und weiter auf dem ehemaligen Grenzkontrollweg zur
Grenzübertrittstelle der Lainsitz, wo noch Reste des Stahlgitters,
Panzersperren und Stacheldraht an die Zeit des Eisernen Vorhang erinnern.
Nach vielen Jahrzehnten der Spannung und der Gefahr herrschte wieder einmal
fröhliche Stimmung an diesem Ort. Ein Mädchen ließ Seifenblasen aufsteigen,
wo noch vor zwanzig Jahren jeder Zutritt streng verboten war. Ein kleines Schiffchen wurde unter Applaus ins Wasser gesetzt. Es wurde mit
den besten Wünschen für eine bessere gemeinsame Zukunft der beiden
Lainsitzländer
losgeschickt.
In Suchdol wurden die vielen
Radfahrer vom Bürgermeister
und einigen Stadträten im Rathaus empfangen. Die Lainsitzer übergaben den Lužnicern bei einem Festakt Waldviertler Mohnzelten und österreichischen Wein als Willkommensgeschenk.
Sie erhielten dafür von den Gastgebern Krapfen, böhmischen Schnaps und
Bücher über die Lužnice. "Auf eine gute, gemeinsame Zukunft im Lainsitztal!"
schrieb man ins Stadtbuch von Suchdol. Mag. Ondrich, Schuldirektor von Suchdol, lud im Namen
der Stadt in das Freizeitzentrum an der Lužnice, wo
an einem Feuer mit böhmischem Bier auf die neue Freundschaft an der Lainsitz
angestoßen wurde. Die Gratulanten, die zum Teil sogar aus Wien, St. Pölten und
dem südlichen Waldviertel angereist waren, hatten an diesem historischen Tag
ein positives Zeichen für die Zukunft gesetzt. Und ein Stück der neuen
Freiheit genossen, die ein "grenzenloses" Lainsitztal bieten wird. |